Sankt Martin

Martin wurde um 316/317 n. Chr. als Sohn  eines römischen Offiziers im heutigen Ungarn in Sabaria geboren. Seine Kindheit verbrachte Martin in Pavia, nachdem der Vater dorthin versetzt worden war. Martin wuchs in einem heidnischen Elternhaus auf, kam aber bereits als Kind mit Christen und deren Lehre in Kontakt.

Da Martin einem Erlass folgen musste, nach dem die Söhne von Berufssoldaten ebenfalls in der Armee zu dienen hatten, trat er bereits im Alter von 15 Jahren, gegen seinen Willen, als Soldat der Armee bei. Dort wurde er schon bald als Offizier in der berittenen kaiserlichen Leibgarde.

Während seiner Dienstzeit als Soldat bereitete sich Martin auf die Taufe vor. Er bemühte sich, nach christlichen Maßstäben zu leben, und bemühte sich "Nächstenliebe" zu leben, indem er sich um Kranke und Notleidende in besonderer Weise kümmerte.

Als Martin 18 Jahre alt war, hielt er sich mit der Truppe in der Nähe von Amiens auf. In diese Zeit fällt die Begegnung Martins mit dem Bettler, die bis heute mit der Person "St. Martin" verbunden wird:

Martin trifft an einem kalten Wintertag am Stadttor von Amiens einen Bettler, der schwer unter der Kälte leidet. Da Martin außer seinen Waffen und seinem Militärmantel nichts bei sich trägt, entscheidet er sich, seinen Mantel in zwei Teile zu schneiden, damit er dem Mann irgendwie helfen kann.

In der folgenden Nacht, erzählt die Legende weiter, soll Jesus Martin im Traum erschienen sein, mit demselben Mantelteil bekleidet, das er dem Bettler gegeben hatte. Er hörte eine Stimme: "Was du dem Geringsten deiner Brüder getan hast, das hast du mir getan!" Martin beschloss daruaf, aus der Armee auszutreten und sein gesamtes Leben in den Dienst Gottes zu stellen. Er ließ sich taufen und suchte Bischof Hilarius in Poitiers auf, um sich von ihm auf die Priesterweihe vorbereiten zu lassen.

Martin führte ein einfaches Leben und gründete ein Kloster in Ligugé. Zusammen mit mehreren Glaubensbrüdern kümmerte er sich um Notleidende und kranke Menschen. Schnell verbreitete sich sich sein guter Ruf im Land. Als Bischof Hilarius starb, wünschte sich das Volk Martin zu seinem Nachfolger. Martin wollte dieses Amt nicht annehmen, da er weiter als Mönch leben wollte. Die Legende erzählt, dass er sich vor lauter Not in einem Gänsestall vor den Menschen versteckte, durch das laute Geschnatter der Gänse aber doch bemerkt wurde. Im Jahre 372 n. Chr. wurde Martin zum Bischof von Tours ernannt.

Auch als Bischof behielt Marttin sein einfaches Leben bei. So ernannte er seine Klosterzelle zu seiner Residenz. Er setzte sich für die Rechte der Bauern ein und ging konsequent gegen heidnische Bräuche vor. Auf seiner zahlreichen Seelsorgereisen durch das Land, in denen er die christliche Lehre verkündigte, verstarb Martin am 8. November 397 im Alter von ca. 81 Jahren. Seine Beisetzung fand am 11. November 397 unter großer Anteilnahme  der Bevölkerung in Tours statt.

Der Tag der Beisetzung - und nicht wie sonst üblich der Todestag - wurde schon bald innerhalb der Kirche als hoher Festtag begangen. Martin von Tours gilt als einer der ersten Heiligen der Kirche, der nicht einem Märtyrertod gestorben war.